And in your darkest Hour…

Veröffentlicht in The Rum Diary mit Tags , , , am 21 Juli 2008 von henrieschnee

Willkommen zum offenen BETA-Test des neuen [The_Rum_Diary] Blogs.

Die alte, klassische Version findet ihr nach wie vor HIER, wo bis auf weiteres auch alle Updates statt finden werden.

Was hier passiert ist folgendes:

[1] Übertragen der alten Artikel hierher, geordnet nach ihrem Entstehungsdatum.

[2] Implementierung von Tags & Kategorien, um die Navigation weiter zu vereinfachen.

[3] Überarbeitung der Artikel (Tippfehler, kaputte Links…).

[4] Testen neuer Möglichkeiten.

Wenn ihr an dem Beta-Test teilnehmen wollt, müsst ihr eigentlich nichts anderes tun als hier ab und zu reinzuschauen und euere Meinung in Form von Kommentaren dazulassen. Ihr findet einen kaputten Link? Einen Tippfehler? Ihr habt von irgendeiner neuen, coolen Blog-Funktion gehört? Lasst es mich wissen.

Veröffentlicht in Prolog: [La_Dolce_Vita], [Kapitel] mit Tags , , , , am 16 Juni 2004 von henrieschnee

We’re the lower Gloominati, and we aim to depress
<br>  The scabaret sacrilegends
<br> This is the Golden Age of Grotesque
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<br>Naja, und wieder eine halbe, ereignislose Woche vorbei. Ich spüre die Ruhe vor dem Sturm, ahne die Zeichen, dass sich etwas zusammenbraut. Ihr glaubt mir nicht? Seht euch doch mal die Nachrichten und Videotexte an … “Ausbildungspakt unterzeichnet”, “Katholikentag in Ulm” “SPD-Rebellen wollen neue Partei”… DAS sollen Nachrichten sein? Leute, wir leben im Jahr 2004, wir leben in einer INFORMATIONSGESELLSCHAFT! Es wird nicht mehr lange dauern, dann überschütten uns wieder Hiobsbotschaften, grausame Bilder und verfrühte Meinungen… ach ja…
<br>Das depremierendste was mir in meinem jetztigen jungen Leben begegnet ist ist das Buch 1984. Das Ende, dass einem mit der Filigranität eines Vorschlaghammers klar macht, dass der totalitäre Staat den Mensch bis in den letzten Winkel seiner Seele kontrollieren kann und will war ganz schön harter Tobak für einen wie mich, Jahrgang 1985, der das Buch im zarten Alter von (wie alt war ich damals? 15? 16? Jedenfalls war das noch vom 11. September…glaub ich).
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<br>Irgendwie geht seit dem 11. September alles den Bach runter. Alles wird teurer. Benzin kann man sich nicht mehr leisten. Zigaretten? Bald unbezahlbar. Steuern auf Renten. Kein sicherer Urlaub mehr. Kontrollen und Schickane. Verdächtigungen und Klüngel. Ich meine… bin ich etwa der einzige der das mitkriegt?
<br>Wenn ich mir die Leute meiner Generationen, insbesondere die mit jüngeren Jahrgängen ansehe, sehe ich das perfekte Spiegelbild unserer Elterngeneration: Etwas progressive Musik (nur etwas seichter als bei den 68ern), alle im selben Look (nur eben teuerer als bei den 68ern), alle immer Up to date was Trends angeht… es ist schlimm. Ich bin einmal mit dem Bus ins Kino gefahren und hab zwei Mädchen gesehen, die vielleicht 12 Jahre alt waren und absolut identisch angezogen waren. Selbe modische Frisur, selber weiße “Miss Sixty – Pulli”, selbe zu enge Jeans von irgendso einem Hersteller, dessen Name ich mir nicht merken kann, dazu geschminkt wie Edelnutten und mit Handys, deren Rechnungen wohl alles in den Schatten stellen was ich in einem Monat ausgeben kann.
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<br>Ich bin nicht eifersüchtig auf derart angepasste Menschen. Warum sollte ich? Die leben so schön in ihren Seifenblasentrends, und das einzige was sie noch schockieren kann ist, eine neue Mode verpasst zu haben. Ich finde es nur traurig, dass sie alle versuchen so auszusehen wie Fernsehwerbung und Seifenopern es ihnen versuchen einzutrichtern. Brian Warner hat einmal sinngemäß gesagt, dass er nie damit einverstanden gewesen sei, dass “Alle Menschen gleich seien”.
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<br>Verdammt richtig, oder? Okay, hinter dieser Floskel “Alle Menschen sind gleich”, steckt ja eigentlich eine gute Absicht, aber an sich ist das doch eine Beleidigung für jeden halbwegs begabten Menschen.
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<br>Oder naja… vielleicht gehören SIE ja noch zu der äußerst geschrumpften Gruppe von Idealisten/Kindern, die an das gute im Menschen glauben und dafür plädieren, dass sich die Kulturen die Hände reichen und Brüderschaft feiern.
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<br>Bullshit, das wird es nie geben.
<br>Diese Welt ist am Ende denke ich.
<br>Suchen wir uns eine Neue.

Veröffentlicht in [Kapitel] mit Tags , , am 13 Juni 2004 von henrieschnee

Okay, ich muss noch einen Eintrag heute nacht machen. Es geht um die Wahl des Namen “Kafka”. Bevor sich noch einer Aufregt: Ich vergleiche mich nicht mit Kafka. Ich sage nicht dass ich so gut bin wie er (obwohl ich was aus meinem Leben mache und nicht nahezu alles unvollendet lasse…).
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<br>Das alles ist bedeutungslos.
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<br>Es geht um das “kafkaeske”. “Kafkaesk” ist eines meiner Lieblingswörter, vor allem weil ich es mündlich nie bewusst benutze.  Kafkaesk ist für mich eine Mischung aus “grotesk”, “komisch”, “absurd”, “träumerisch” mit einer ganz kleinen Brise “unheimlich”.
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<br>”grotesk” ist mein Lieblingswort, und das nicht erst seit Marilyn Manson verkündet hatte, dass wir alle nun im “Golden Age of Grotesque” angelangt wären, wobei ich ihm uneingeschränkt zustimme.
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<br>”komisch” ist für mich nicht die Art Humor, die man in Treppenwitzen hört, sondern entrückte, alles andere als alltägliche Situationen, die man nur einmal erlebt und die sich einem ins Gedächtnis einbrennen.
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<br>”absurd” ist für mich etwas Ähnliches wie “komisch”, nur eben mit der Besonderheit, dass es einen nicht zwangsläufig zum Lachen bringt. Prothesen find ich “absurd”. Wahlen find ich “absurd”. “absurd” ist für mich das am meisten Missbrauchte Wort der deutschen Sprache, da es nie in seinem ursprünglichen, vorwurfsvollen Sinn benutzt wird.
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<br>”träumerisch” ist für mich nichts romantisches oder etwas kitschiges à la Hollywood, sondern etwas, das ganz konkret in meinen Träumen vorkommt. Hat einer von Ihnen mal bemerkt, dass man im Schlaf einen Traum als umso realer Empfindet, je absurder er ist?
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<br>”unheimlich” ist für mich vieles. Sehr vieles. Ich mag Horrorfilme, und habe in vielen Bereichen eine gewisse Toleranz. Aber was ich echt unheimlich finde sind: Dunkelheit im Augenwinkel, Bäume, Kinderwägen, Autobahnabfahrten und dreckige Ecken, in denen sich viel Staub ansammelt.
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<br>Naja. Zählt man das alles zusammen und kombiniert das mit Ereignissen, die sich genau so einordnen lassen… naja… das empfinde ich als kafkaesk. Und da mir mit einer gewissen Unregelmäßigkeit kleinere oder größere solche Sachen passieren, nannte ich dieses Tagebuch “kafka”.